Résumé 2016

01/01/2017 Aus Von Thoralf Anders

Das Jahr 2016 ist vorbei, 2017 hat begonnen und zeigt sich gerade von seiner eiskalten Seite. Und obwohl ich Schnee und Kälte mag, ist mir gerade nicht wie Sport treiben, da mir vom Silvesterlauf 2016 noch die Wade ziemlich zu schaffen macht. Aber so ist das manchmal … Kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Schwimmen geht ganz gut und die ersten beiden Einheiten sind absolviert. Morgen, zum Dreikönigstag (der in Bayern ja ein Feiertag ist) werde ich auch mal einen längeren Lauf wagen.

Die trainingsfreie Zeit habe ich in den letzten Tagen genutzt, um mein Trainingstagebuch mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen und die Zahlen für 2016 zusammen zu zählen. Und wieder bin ich an dem Punkt, wo ich mich über mich selbst wundern muss… Vor mehr als 5 Jahren (im Sommer 2011) habe ich beschlossen, mein Leben auf den Kopf zu stellen. Damals lediglich mit dem Ziel abzunehmen. Was daraus geworden ist, hätte ich damals nicht für möglich gehalten. Ein Leben als Hobby-Triathlet und -Läufer mit inzwischen mehr als 75 Wettkämpfen (oder sagen wir mal lieber Sportveranstaltungen) und jeder Menge neuen Erfahrungen, interessanten Eindrücken und Selbsterkenntnissen ohne Ende.

Ich war ja in meiner Jugend immer der Unsportliche, der beim Fußball auf dem Bolzplatz immer als letzter da stand und dann ins Tor musste, weil den „Job“ keiner machen wollte. Sobald ein Ball etwas schärfer angeflogen kam, habe ich mich instinktiv weggeduckt und bin anschließend des Feldes verwiesen worden… Schwimmen habe ich erst in der siebenten Klasse, mehr schlecht als recht, gelernt und Ausdauerlauf war mir absolut verhasst. Fahrrad fahren ging so, aber auch da hatte ich keinen so richtigen Bock, mich ernsthaft anzustrengen … Also das übliche Durchschnittskind.

Als Jungerwachsener habe ich dann entdeckt, dass Ausdauerlauf und Radfahren durchaus Spaß machen können (Schwimmen war immer noch mit zu viel Angst vorm vermeintlichen Ertrinken verbunden), aber der Fokus auf die berufliche Kariere verhinderte dann im weiteren Verlauf, dass mehr daraus wurde. Die Leidenschaft für`s Bergsteigen und Klettern währte ebenfalls nur kurz, da die rasch zunehmende Leibesfülle verhinderte, dass ich in diesem Bereich Erfolge hätte verbuchen können. Wahrscheinlich auch so die übliche Entwicklung, von viel zu vielen Zeitgenossen.

Umso erstaunlicher fand ich es dann in den letzten fünf Jahren, was noch alles aus meinem unsportlichen Körper herauszuholen war. Mein erster Halbmarathon in 2012, ein Jahr später der erste Marathon und in 2016 durfte ich sogar den ersten Ultra mit fast 65 km finishen. Sicher alles in mehr oder weniger schneckenartiger Geschwindigkeit … aber auch die Distanzen wollen ja erst mal bewältigt werden.

Und so bin ich dennoch stolz auf das erreichte und dass ich es auch nach mehr als fünf Jahren noch nicht satt habe, mich schwimmend, radelnd und vor allem laufend fortzubewegen. Das es mit dem Klettern (und Bouldern) wieder regelmäßig klappt und ich mir viele neue Freizeitaktivitäten erschlossen habe, von denen ich zwanzig Jahre nur geträumt habe und alle bewunderte, die mir als Vorbilder erschienen. Aber die Bequemlichkeit, der sogenannte „innere Schweinehund“ hatte mich voll im Griff und das ich den besiegen konnte, das ist vielleicht eine meiner größeren Lebensleistungen, neben dem heranwachsenden Sohn und dem einigermaßen erfolgreichen Steuern unseres kleinen „Familienschiffchen“. Und da kann man am Jahresende sicherlich auch mal stolz darauf sein.

Klar, leistungsmäßig bin ich eher eine Niete, also immer ziemlich weit hinten in den Ergebnislisten. Manchmal scheint es sogar, als dass ich den vorletzten oder letzten Platz abonniert habe … Aber das finde ich nicht schlimm. Ich kann, glaube ich, nicht erwarten, dass ich mit 43 Jahren anfange ernsthaft Sport zu treiben und dann noch besser werde, als Leute, die sich seit 20 Jahren und mehr regelmäßig „quälen“. Und gewisse biologisch-anatomische Grundvoraussetzungen braucht es ja sicher auch, um weiter nach vorn zu kommen und da hat mich der „liebe Gott“ nicht wirklich reich beschenkt … Aber ein starker Wille ist ja auch etwas und der bringt mich fast immer ins Ziel und das auch auf längeren Distanzen.

In 2016 habe ich meine Umfänge gegenüber den Vorjahren deutlich steigern können. Manchmal hat es deswegen den einen oder anderen „Knisterer“ in der Familie gegeben, da es durchaus schwierig sein kann, Sport, Familie, Arbeit und Engagement im Sportverein unter einen Hut zu bringen. Da hilft mir oft nur ein wirklich gutes und effizientes Zeit-Management … Im Einzelnen sieht das wie folgt aus:

  • Laufen 1.700 km (1.190 km in 2016)
  • Radfahren: 4.600 km (3.700 km in 2016) 
  • Schwimmen: 130 km (112 km in 2016)

Sicher auch nicht das, was die wirklich Harten unter uns Hobby-Athleten so im Jahr runterreißen, aber immerhin, wieder eine kleine Steigerung zum Vorjahr und so geht es stetig voran, wenn auch nur in kleinen Schritten. Aber das soll ja wohl auch richtig so sein. Man soll ja die Umfänge gar nicht so drastisch erhöhen.

Für 2017 sind die Planungen nun auch soweit abgeschlossen, die Events, an denen ich teilnehmen will sind teilweise schon gebucht, auf jeden Fall eingeplant und natürlich will ich mich wieder ein wenig weiter entwickeln. Ob alles so klappt, wie gedacht, wissen wir am Jahresende. 😉