{"id":29,"date":"2016-11-14T16:15:52","date_gmt":"2016-11-14T16:15:52","guid":{"rendered":"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/?p=29"},"modified":"2024-01-31T13:40:46","modified_gmt":"2024-01-31T13:40:46","slug":"29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/?p=29","title":{"rendered":"&#8222;Philosophie&#8220; des Abenteuers"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; oder wie es dazu kam. Wozu? Na, zu dem Schritt diese Seite ins Netz zu stellen. Dem vorausgegangen ist aber noch viel mehr! Aber immer der Reihe nach &#8230;<\/p>\n<p>Irgendwann im Leben hat jeder Mensch (s)ein Schl\u00fcsselerlebnis. Manchmal durch irgendeine Kleinigkeit ausgel\u00f6st, bei anderen braucht es einen magischen Moment und wiederum Andere m\u00fcssen schwere Schicksalsschl\u00e4ge &#8222;verdauen&#8220;.<\/p>\n<p>Bei mir waren es meistens die ber\u00fchmten Kleinigkeiten, die mein Leben auf den Kopf stellten. So war das auch im Fr\u00fchjahr 2009, als ich mit meinem &#8222;Rekordgewicht&#8220; von knapp 120 Kg zum turnusm\u00e4\u00dfigen Gesundheitscheck bei meinem Hausarzt vorstellig wurde. Klar wusste ich, dass ich auf Grund meines \u00dcbergewichtes nicht wirklich gesund war, aber au\u00dfer dass es mir beim Schuhe zubinden den Atem nahm, war alles OK. Also so, wie wohl bei vielen M\u00e4nnern Anfang 40 &#8230; Nach Auswertung der Ergebnisse von Blutbild und k\u00f6rperlicher Untersuchung sagte mir der Doktor sinngem\u00e4\u00df &#8222;&#8230; im gro\u00dfen und ganzen ist alles in Ordnung, aber wenn Sie so weiter machen, wird das eine sch\u00f6ne Diabetes werden &#8230;&#8220;. Das Ganze servierte er mir mit einem milden L\u00e4cheln und zwinkerte mir zu. Irgendwie war das komisch. Diabetes ist ja nun nicht wirklich etwas Sch\u00f6nes, also was wollte er mir damit sagen? Seine Worte arbeiteten den Rest des Tages in meinem Kopf. Nein, so wollte ich dann wirklich nicht enden. Regelm\u00e4\u00dfig Tabletten oder gar Spritzen? Nur weil ich mich beim Essen nicht zusammen rei\u00dfen konnte? Und weil ich es vorzog Sport im Fernsehen zu konsumieren, statt selbst welchen zu treiben? Nach und nach wachte ich aus meinem tausendj\u00e4hrigen Dornr\u00f6schenschlaf auf und fing an mich mit meiner Gesundheit, meinen Lebensumst\u00e4nden und den Folgewirkungen zu besch\u00e4ftigen. Zun\u00e4chst hie\u00df es erst einmal: Ern\u00e4hrung umstellen. Also suchte ich mir Seiten im Internet zum Thema und eruierte erst einmal, was ich so den ganzen Tag in mich hinein stopfte. Da kam ganz sch\u00f6n was zusammen. Rund 3.000 Kcal pro Tag. Und das bei nahezu 0 Bewegung! So konnte, so durfte es nicht weitergehen! Ich war hellwach &#8230;<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr zur selben Zeit fiel mir eine Ausgabe des Wochenmagazin &#8222;Focus&#8220; in die Hand, welches sich mit dem Themenkomplex &#8222;Ern\u00e4hrung, Gesundheit und Bewegung&#8220; besch\u00e4ftigte. Dort las ich, dass gesundes Essen wichtig und richtig ist, aber dass vor allem t\u00e4gliche Bewegung der Schl\u00fcssel zum Erfolg beim abnehmen sein muss. Also holte ich mein altes Fahrrad aus dem Keller und drehte so oft es ging eine kleine Runde um den Block. Dazu kamen auch mal wieder die Laufschuhe zum Einsatz, welche seit der Geburt meines Sohnes im Jahr 2004 ihr Dasein im Schuhschrank fristeten. Nat\u00fcrlich war das alles andere als Spa\u00df. Mit rund 115 Kilo auf den Rippen, macht Sport nur Spa\u00df, wenn man 2,10 Meter gro\u00df ist. Da mir zu dieser stattlichen Gr\u00f6\u00dfe rund 30 cm fehlen, musste ich mich das eine oder andere mal ganz sch\u00f6n qu\u00e4len. Aber ich merkte, dass es etwas bewirkte. Die Kilo purzelten zwar noch nicht, aber es ging in ganz kleinen Schritten vorw\u00e4rts und fing an Spa\u00df zu machen. Nach ein paar Wochen schaffte ich sogar schon rund 6 Kilometer am St\u00fcck zu laufen. Und das bei einer nicht unerheblichen Steigung auf der Strecke &#8230; Auch die kleine Radstrecke wurde immer ein wenig ausgeweitet und auch kleinere R\u00fcckschl\u00e4ge, wie ein halber Schw\u00e4cheanfall nach einer wohl doch etwas zu heftigen Radrunde, brachten mich nicht von meinem Plan ab.<\/p>\n<p>Im Sommer 2010 kam dann ein gro\u00dfer Umzug auf mich zu. Wir verlegten unseren Wohnsitz vom Vogtland nach Oberfranken und von der Stadt auf`s Land. Das war nat\u00fcrlich verlockend. Bessere Bedingungen f\u00fcr Rad und Lauf! Aber der Herbst torpedierte meinen Enthusiasmus zun\u00e4chst mit b\u00f6sem regen und Wind und der Winter, welcher ein wirklich heftiger und langer war, tat sein \u00dcbriges. Aber die Idee sa\u00df immer noch im meinem Kopf und so beschloss ich eines Abends, im Bett liegend, am n\u00e4chsten Morgen ganz fr\u00fch zeitig aufzustehen um laufen zu gehen. Und das jeden Tag! Jeden Morgen raus aus den Federn und eine Strecke von rund 3 km laufen. Und, was soll ich sagen &#8230; Das war`s! Das war der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Von da an purzelten die Kilos nur so runter. Jede Woche ca. 500 Gramm weniger auf der Waage. Ich hatte nicht nur Blut geleckt, ich war wie besoffen! Nun war ich auf der Siegerstra\u00dfe und fing an, mich in meinem K\u00f6rper wieder wohl zu f\u00fchlen. Nachteil war zwar, dass ich nun anfing neue Klamotten zu brauchen, aber dies ging ja letztendlich auch einher mit der Ausgestaltung meiner neuen Pers\u00f6nlichkeit, die sich nicht mehr durch Kleidung aus der &#8222;Gro\u00dfeltern-Abteilung&#8220; definierte, sondern in einem sportlichen und junggebliebenen Look daherkommt. Mein Leben drehte sich um 180\u00b0 und mein K\u00f6rpergef\u00fchl war ein v\u00f6llig Neues. Man kann das gar nicht so beschreiben &#8230; Wer es nicht erlebt hat, wird es vielleicht auch nicht wirklich verstehen.<\/p>\n<p>Nun war ich also ein L\u00e4ufer geworden und fing an mich intensiver mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen. Irgendwann fiel mir eine Ausgabe der &#8222;Runner`s World&#8220; in die H\u00e4nde und dort las ich etwas vom Triathlon. Sicher hatte ich schon mal grunds\u00e4tzlich davon geh\u00f6rt, aber Genaueres wusste ich nicht. Vor allem war mir nicht bekannt, dass es auch k\u00fcrzere Distanzen als den ber\u00fcchtigten IRONMAN gab. Das klang nat\u00fcrlich vielversprechend, ein Triathlon f\u00fcr Ausdauerzwerge wie mich! Also gleich mal abgekl\u00e4rt, ob und wo so etwas in meiner N\u00e4he m\u00f6glich war und &#8222;Bingo!&#8220;, es fand sich eine Volksdistanz mit 500 m Schwimmen, 17 km Radfahren und 5 km Laufen in Kulmbach. Dazu noch das Schwimmen im Freibad (vor Freiwasser hatte ich damals noch zu gro\u00dfen Respekt), das kam mir entgegen und so lie\u00df ich auf Arbeit, in der Mittagspause, fallen, dass ich im n\u00e4chsten Jahr meinen ersten Triathlon absolvieren werde. Meine Kollegen schauten mich entgeistert an und dachten sich das ihrige. Gesagt hat keiner was &#8230; Wahrscheinlich war ich ab dem Tag der irre Spinner, der in seiner Fantasiewelt lebt. Oder so \u00e4hnlich &#8230;<\/p>\n<p>Aber ich wollte es vor allem mir beweisen, dass ich das kann. Und was meine absolute &#8222;Hassdisziplin&#8220; war? Nat\u00fcrlich das Schwimmen. Also musste ich da etwas tun. Laufen und Radfahren war ja inzwischen schon mehr oder weniger zur Gewohnheit geworden, auch wenn mich die Distanzen noch etwas schreckten (vor allem, alles am St\u00fcck zu absolvieren). Aber mit Training wird das schon, so meine Gedanken.<\/p>\n<p>Also erst einmal ins n\u00e4chste Schwimmbad, welches in Pegnitz mit einer 25-Meter-Bahn auf mich wartete. Das erste Schwimmen (im Bruststil) war eine gro\u00dfe Ern\u00fcchterung f\u00fcr mich. F\u00fcr 10 Bahnen brauchte ich fast eine Viertelstunde und war hinterher total platt. Aber was soll&#8217;s. &#8222;Musst Du eben mehr trainieren&#8220;, sagte ich mir. Und so suchte ich mir einen Verein, wo man dies vielleicht in professioneller Gesellschaft tun kann. Mit dem SV Bayreuth war dieser schnell gefunden und das erste &#8222;Schnuppertraining&#8220; absolviert. Da ich nur Brustschwimmen konnte, bin ich nat\u00fcrlich bei den schnelleren Schwimmern erst einmal &#8222;angeeckt&#8220;. Aber der damalige Abteilungsleiter machte mir Mut und so blieb ich einfach dran. Nun ging ich auch regelm\u00e4\u00dfig zum Fr\u00fchschwimmen, weil dort noch etwas mehr Platz auf der Bahn war und ich ungest\u00f6rt an meinem Kraulstil arbeiten konnte.<\/p>\n<p>Den ersten Triathlon in Kulmbach habe ich aber trotzdem erst einmal Brustschwimmend bew\u00e4ltigt und schnitt dabei gar nicht so schlecht ab. Es hatte Spa\u00df gemacht und mein Hunger auf mehr war geweckt. Also gleich noch im selben Jahr eine zweite Sprintdistanz in Neustadt (Aisch) absolviert, wo meine begeisterten Eltern mit von der Partie waren und mein Vater mich beim Schwimmen permanent anfeuerte &#8230;<\/p>\n<p>Im Laufe der letzten Jahre habe ich mich dann \u00fcber die Kurzdistanz (auch Olympische Distanz genannt) bis zur Mitteldistanz vorgearbeitet. Diese besteht aus rund 2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen. Ist schon ein ziemliches Brett. Das macht man nicht im &#8222;Vorbeigehen&#8220;. Aber entsprechende Trainingseinheiten und der Wille zum Durchhalten haben mich im August 2015 in Erlangen ins Ziel gebracht. Auch wenn ich nur Vorletzter wurde und ich beim Laufen heftige R\u00fcckenschmerzen hatte, so war ich dennoch stolz darauf, das Ziel erreicht zu haben.<\/p>\n<p>Aber zuvor habe ich mir im Herbst 2013 noch einen ganz gro\u00dfen Traum erf\u00fcllt und lief in M\u00fcnchen meinen ersten Marathon. Ein sehr emotionales Erlebnis f\u00fcr mich und auch hier waren meine Eltern als Zuschauer mit\u00a0dabei (Zieleinlauf ist im Olympiastadion). Zu diesem Erlebnis habe ich auch einen kleinen Artikel f\u00fcr die Runner`s World verfasst, der in der Oktober-Ausgabe 2014 fast unver\u00e4ndert abgedruckt wurde.\u00a0<a href=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/media\/files\/mein_erstes_mal_10_2014.pdf\">Zum Artikel geht es hier<\/a><\/p>\n<p>Und genau aus diesem Grund treibe ich Sport. Weil es einfach sch\u00f6n ist, einen aktiven Lebensstil zu pflegen und weil es Erlebnisse wie diese gibt. Man ist viel an der frischen Luft, genie\u00dft die Natur, lernt viele neue Gegenden und nette Leute kennen und kann seine selbst gesteckten Ziele erreichen (wenn man das will). Dabei geht es mir weder um Platzierungen, noch um tolle Wettkampfzeiten. Mich reizen eher die Herausforderungen an sich. Und f\u00fcr mich ist es eben eine Herausforderung einen Marathon zu finishen oder vielleicht sogar mal eine l\u00e4ngere Distanz. Und genau so sehe ich das auch beim Triathlon. &#8222;Das Ziel ist das Ziel&#8220; und nat\u00fcrlich auch der Weg dorthin. In den mittleren oder vorderen Regionen der Ergebnislisten werde ich mich ohnehin nicht wiederfinden. Zum einen sind die Grundvoraussetzungen nicht unbedingt rosig und zum anderen m\u00fcsste ich dann einen exorbitant hohen Trainingsaufwand betreiben, was ich nicht kann (weil es ja auch noch Familie, Beruf und Vereinsarbeit f\u00fcr mich gibt) und auch gar nicht will. So ehrgeizig war ich und bin ich nicht. Nie gewesen &#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Und das ist eben Teil meiner &#8222;Philosophie&#8220; und meines Verst\u00e4ndnis vom &#8222;Sport treiben&#8220; &#8230; Gesund werden oder bleiben und alles in einem Ma\u00df, dass man selbst und seine &#8222;Umwelt&#8220; nicht darunter leiden m\u00fcssen. Und das alles unter den sprichw\u00f6rtlichen Hut zu bekommen, ist schon schwer genug.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder wie es dazu kam. Wozu? Na, zu dem Schritt diese Seite ins Netz zu stellen. Dem vorausgegangen ist aber noch viel mehr! Aber immer der Reihe nach &#8230; Irgendwann im Leben hat jeder Mensch (s)ein Schl\u00fcsselerlebnis. 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