{"id":978,"date":"2019-10-01T14:41:49","date_gmt":"2019-10-01T14:41:49","guid":{"rendered":"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/?page_id=978"},"modified":"2025-10-20T14:47:39","modified_gmt":"2025-10-20T14:47:39","slug":"berlin-marathon","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/?page_id=978","title":{"rendered":"Berlin-Marathon"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"799\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.toband.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_183833023_socialmedia.jpg?fit=1024%2C682&amp;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-991\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_183833023_socialmedia.jpg 1200w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_183833023_socialmedia-300x200.jpg 300w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_183833023_socialmedia-768x511.jpg 768w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_183833023_socialmedia-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auf dem Kurf\u00fcrstendamm &#8230; <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii \u2026 so sang Udo J\u00fcrgens und da werde ich wohl auch nie hinkommen, zumindest nicht um am gr\u00f6\u00dften Marathon oder am gr\u00f6\u00dften (oder bedeutendsten?) Triathlon der Welt teilzunehmen. Aber in Berlin, da wollte ich unbedingt starten und das Gef\u00fchl erleben, am Ende des Marathons durch`s Brandenburger Tor zu laufen. Schon 2017 hatte ich mich f\u00fcr eine Teilnahme in Berlin beworben, aber das Losgl\u00fcck war mir nicht hold und wie sich herausgestellt hatte, war das wohl auch gut so. Auf Grund von einigen &#8222;Zipperlein&#8220;, die mich in 2018 geplagt hatten, w\u00e4re eine Teilnahme ohnehin nicht sinnvoll bzw. wahrscheinlich sogar unm\u00f6glich gewesen. Und so habe ich mich im Oktober 2018 einigen Sportfreunden angeschlossen, die sich als Team bei der Auslosung der Startpl\u00e4tze beworben haben. So bestand die dreifach h\u00f6here Chance einen der begehrten Startpl\u00e4tze zu ergattern und diese Strategie war von Erfolg gekr\u00f6nt. Also hie\u00df es dann ab November letzten Jahres &#8222;Berlin calling!&#8220;. Und diesmal sollte nat\u00fcrlich alles klappen, so der Plan. Da ich bei den 6 bereits absolvierten Marathons in der Vorbereitung immer wieder Probleme mit der Gesundheit oder terminlich Schwierigkeiten hatte, die geplanten Trainingseinheiten beruflich und privat unter den ber\u00fchmten Hut zu bekommen, wollte ich dieses mal N\u00e4gel mit K\u00f6pfen machen. Meine Frau stand auf jeden Fall hinter mir und meinte &#8222;wenn das so viel Geld kostet, dann musst \/ darfst Du auch ordentlich trainieren&#8220;. Also von dieser Seite war der R\u00fccken schon mal frei gehalten. In beruflicher Hinsicht sah ich auch nicht die ganz gro\u00dfen Probleme, da ich diesbez\u00fcglich keine gr\u00f6\u00dferen Widerst\u00e4nde erwartete und der notwendige Urlaub auch schnell genehmigt wurde. Blieben noch die Verpflichtungen im Sportverein&#8230; Dummerweise war genau an dem Tag, wo der Berlin-Marathon in 2019 stattfinden sollte auch unser j\u00e4hrlicher Swim &amp; Run geplant, dessen Organisation ich ja als Abteilungsleiter der Triathlon-Abteilung mit verantworte. Aber die anderen Mitstreiter vom Orga-Team waren so freundlich und haben mich quasi f\u00fcr den gro\u00dfen Tag &#8222;freigestellt&#8220; und so konnte ich mich auf die meine Aufgabe konzentrieren. Gesagt, getan und so habe ich gleich einen Plan geschmiedet, wie ich die 2019er Saison und das Training daf\u00fcr gestalten wollte. Im Pl\u00e4ne machen bin ich ja schon immer gut, nur mit der kontinuierlichen Durchf\u00fchrung hapert es hin und wieder etwas \u2026 zu viele Unw\u00e4gbarkeiten und unvorhergesehene Dinge, die man aber auch irgendwie nie so richtig einkalkuliert bekommt\u2026 Und so war es also auch in diesem Jahr wieder ein ewiges Hin und Her und Rauf und Runter. Aber irgendwie habe ich es doch geschafft, mich durchzuwurschteln und am 29. September 2019 an der Startlinie zu stehen. Da muss ich ganz ehrlich sagen, ich war dann doch tats\u00e4chlich etwas \u00fcberrascht. Das h\u00e4tte ich zwei Wochen vorher noch gar nicht gedacht. denn auch dieses Jahr gab es wieder im Vorfeld einige, wenn auch kleinere, Verletzungen und Problemchen. Aber der L\u00e4ufer-Gott war gn\u00e4dig zu mir und hat mich p\u00fcnktlich wieder fit werden lassen und ehe ich mich versah befand ich mich inmitten einer riesigen Menschenmenge, mitten auf der Stra\u00dfe des 17. Juni. Auf gro\u00dfen Bildschirmen wurde der Start der jeweils vor uns startenden Bl\u00f6cke \u00fcbertragen und die Kameras schwenkten immer wieder \u00fcber die unz\u00e4hligen K\u00f6pfe der bunten L\u00e4uferschar. Da es mein 111. Start bei einer Sportveranstaltung war und ich dadurch ja doch schon Einiges an Erfahrung mitbrachte, hatte ich mich zeitig genug in den mir zugeteilten Startblock begeben und nun waren noch ca. 30 Minuten Animationsprogramm zu absolvieren, bis es endlich los ging. Vom eigentlichen Startschuss f\u00fcr den Block H um 10:10 Uhr bis zum \u00dcberqueren der tats\u00e4chlichen Startlinie (wo also die Zeitmessung beginnt) vergingen rund 8 Minuten. Irre, wie viele Leute da versammelt waren, um sich auf eine 42.195 Meter lange Reise zu sich selbst zu begeben. F\u00fcr viele, wie ich rings um mich herum h\u00f6ren konnte, war dies der erste Marathon und so waren sicher die Ambitionen und Erwartungen entsprechend gro\u00df. F\u00fcr mich war es der siebente Start \u00fcber die &#8222;K\u00f6nigsdistanz&#8220; und meine Hoffnung war eigentlich nur, dass es auch das siebente Finish bei einem Marathon werden sollte. Eine Zielzeit unter 6 Stunden habe ich mir nat\u00fcrlich gew\u00fcnscht, war mir aber nicht sicher, ob das klappen w\u00fcrde. Noch ein paar Wochen vorher bin ich zwar davon ausgegangen, dass in Berlin eine neue Bestzeit her muss und nun endlich mal die 5-Stunden-Marke geknackt werden sollte, aber das konnte ich mir schon zwei Wochen vorher definitiv abschminken, da ich auf Grund der doch nicht unerheblichen orthop\u00e4dischen Belastungen einer anst\u00e4ndigen Marathonvorbereitung, mal wieder diverse Problemchen mit den Waden und dem rechten Knie hatte. Ich hatte zwar alle mir zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00f6glichkeiten aufgeboten und mit Wadenkompression, Kniebandage und Schmerzpflaster vorgesorgt, aber ich war schon ziemlich skeptisch , ob das alles halten w\u00fcrde und rechnete eigentlich mit einem gro\u00dfen Einbruch sp\u00e4testens ab Kilometer 30 und richtete mich auf einen gr\u00f6\u00dferen &#8222;Wandertag&#8220; ein in der Hoffnung, dass ich wenigstens nicht im Besenwagen die Ziellinie \u00fcberqueren muss. Aber, wie so oft: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. \ud83d\ude09 Aber der Reihe nach!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"799\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.toband.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_102502_184304045_socialmedia.jpg?fit=1024%2C682&amp;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-996\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_102502_184304045_socialmedia.jpg 1200w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_102502_184304045_socialmedia-300x200.jpg 300w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_102502_184304045_socialmedia-768x511.jpg 768w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_102502_184304045_socialmedia-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fast wie ein Wimmelbild &#8230;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nachdem ich also um ca. 10:18 Uhr den Start-Ziel-Bogen durchlaufen hatte, ging es erst einmal im gem\u00fctlichen Joggingschritt los. Die gro\u00dfe Menschenmenge h\u00e4tte ein allzu schnelles Laufen ohnehin nicht m\u00f6glich gemacht und mir war das auch ganz recht, da ich (wie viele andere L\u00e4ufer auch) dazu tendiere zu schnell los zu laufen um dann hinten raus gro\u00dfartig einzubrechen. Also war mir der erste Kilometer, der uns um die Siegess\u00e4ule mit der gl\u00e4nzenden &#8222;Goldelse&#8220; herum f\u00fchrte, mit 07:17 Min\/km ganz recht und ich genoss die grandiose Stimmung an der Strecke. \u00dcberall standen jubelnde Menschen und feuerten uns an. Herrlich, so hatte ich mir das vorgestellt. Kurz nach dem S-Bahnhof &#8222;Tiergarten&#8220; erblickte ich dann auch Ulrike, die ich am Abend zuvor beim gemeinsamen Abendessen unserer duften L\u00e4ufertruppe von der MaliCrew (ein kleiner, aber feiner Lauf-Verein in Bayreuth) kennen gelernt hatte. Wir klatschten uns kurz ab und weiter ging&#8217;s im Laufschritt Richtung Ernst-Reuter-Platz. Die Strecke war mir gut vertraut, da ich diese schon recht h\u00e4ufig gelaufen bin. Wenn ich beruflich, oder privat in Berlin bin, \u00fcbernachte ich meistens im &#8222;Smart Stay Hotel&#8220; in der Wilmersdorfer Stra\u00dfe und laufe am Morgen eine 7-Kilometer-Runde vom Hotel zur Siegess\u00e4ule und zur\u00fcck. Nach dem der Ernst-Reuter-Platz durchquert war, ging es f\u00fcr mich dann auf bislang unbekanntes Terrain. Ich wusste zwar einigerma\u00dfen, wo ich mich befand, aber hier hatten meine F\u00fc\u00dfe bisher noch keinen Bodenkontakt gehabt. Hinter mir h\u00f6rte ich eine M\u00e4nnerstimme sagen &#8222;ich habe gar nicht gewusst, dass ein Marathon so einfach ist&#8220;\u2026 \u00c4hh??? Nach zwei Kilometern schon so eine Einsch\u00e4tzung? Irgendwie komisch, waren doch noch 40 Kilometer zu absolvieren. Ich dachte mir &#8222;der Hammermann kommt nach 35 Kilometern und nicht schon nach Zwei!&#8220; aber was soll`s &#8230; mir ja eigentlich wurscht, was Andere denken und so fokussierte ich mich auf meinen Lauf und machte auch dieses Mal nicht den Fehler, mich an andere L\u00e4ufer zu h\u00e4ngen, sondern lief wirklich mein eigenes Tempo, k\u00fcmmerte mich nicht um die vor, hinter und neben mir laufenden L\u00e4ufer, sondern genoss den Lauf und schaute mir die Gegend an. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht lange und schon ging es an Bundeskanzleramt und Reichstag vorbei, hier wieder sehr viele Zuschauer mit Beifall und Anfeuerungsrufen. Musik aus Lautsprechern, oder sogar von richtigen Live-Band`s, ert\u00f6nte und der bunte L\u00e4ufertross ergo\u00df sich \u00fcber die Stra\u00dfe und zehntausende Marathon-Beine trampelten Schritt f\u00fcr Schritt dem Ziel entgegen. Nicht lange und die ersten 12 Kilometer waren absolviert, inzwischen waren wir die Karl-Marx-Allee (ehemals Stalinallee) entlang gerannt hatten das legend\u00e4re Kino &#8222;Kosmos&#8220; und das gegen\u00fcber liegende Cafe &#8222;Moskau&#8220; passiert und den Strau\u00dfberger Platz umrundet. Nun sind es nur noch 30 Kilometer dachte ich und es f\u00fchlte sich noch alles gut an. Keine schweren Beine, keine brennenden Waden und das rechte Knie tat solide das was ein Knie so tut \u2026 Alles f\u00fchlte sich gut an, das Wetter schien zu halten und ich war guter Dinge. Die Strecke f\u00fchrte weiter Richtung Kreuzberg wieder nach Westberlin hinein, in mir nicht ganz so vertrautes Gebiet. Nun kam schon die 15-Kilometer-Marke und ich musste wieder an meine Frau denken, welche mit der Smartphone-App nun wieder ein Signal von mir empfangen konnte und eine Zwischenzeit gefunkt bekam. Jetzt war es nicht mehr weit bis zur Halbzeit, aber leider fing es immer st\u00e4rker an zu regnen. Ich war inzwischen froh, dass ich mir ein Kompressionsshirt unter das Laufshirt gezogen hatte, wehte doch zu dem immer st\u00e4rker werdenden Regen auch noch ein kr\u00e4ftiger Wind. Zwar war das ganz gut f\u00fcr die K\u00fchlung aber der permanente Nieselregen demoralisierte mich etwas. <\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach dem Bahnhof &#8222;Yorkstra\u00dfe&#8220; kam die erl\u00f6sende 21-km-Marke, nun war die H\u00e4lfte geschafft. Ein Blick auf die Uhr sagte mir 2 Stunden und 46 Minuten waren vorbei. Also hatte ich f\u00fcr den zweiten Abschnitt etwa 3 Stunden und 10 Minuten, wenn ich unter 6 Stunden finishen wollte. Das war im Rahmen des M\u00f6glichen und ich sch\u00f6pfte Hoffnung, aber der Regen wurde leider immer st\u00e4rker und ich immer nasser. Zu allem Ungl\u00fcck tappte ich, etwas unaufmerksam, auch noch mitten in eine riesige Pf\u00fctze, die sich inzwischen \u00fcberall bildeten und hatte nun in beiden Schuhe einen kompletten &#8222;Wasserschaden&#8220; \u2026   Ich war am Tiefpunkt des Tages angelangt. In diesem Moment dachte ich wirklich ans Aufgeben und fluchte still vor mich hin. Missgestimmt und demoralisiert trottete ich die Stra\u00dfen entlang und sah das Ziel in weite Ferne r\u00fccken. Noch fast 3 Stunden bei diesem besch\u2026 Wetter, v\u00f6llig durchn\u00e4sst, leicht frierend durch die schmutzigen Stra\u00dfen einer Gro\u00dfstadt zu joggen, empfand ich in diesen Minuten wirklich nicht als Spa\u00df, Berlin-Marathon hin oder her \u2026 Aber wie ich so vor mich hin trottete und dar\u00fcber nachdachte, wie das Leben manchmal so ist, h\u00f6rte es bei Kilometer 28 wieder auf zu regnen. Es kam zwar keine Sonne durch die Wolken, aber zumindest war es ein kleiner Lichtblick und ich fasste neuen Mut. Nun kam auch ein Verpflegungsstand an dem Sportgels angeboten wurden. Ich bin eigentlich nicht so der Freund von diesem Zeug, aber Energie war jetzt vielleicht wirklich das Mittel der Wahl und so verdr\u00fcckte ich zwei von diesen nicht wirklich schmecken wollenden Cola-Cranberry-Gels, sp\u00fclte mit reichlich Wasser nach und steckte mir noch eine kaugummiartige Kapsel in den Mund, welche wir im Starterbeutel mit bekommen hatten und kaute auf diesem zuckers\u00fc\u00dfen Ding herum. Nicht mehr lange und die 32 Kilometer-Marke tauchte auf und nun waren es also nur noch 10 Kilometer bis zum Ziel. Ich hatte meiner Frau versprochen, wenn ich es bis hierher schaffen w\u00fcrde, dann komme ich auch ins Ziel, egal ob im Laufschritt oder wandernd. Pl\u00f6tzlich sp\u00fcrte ich auch wieder Energie in meinen Beinen, ob es an dem Zuckerzeug lag oder ob das reine Kopfsache war, keine Ahnung, aber ich begann wieder schneller zu laufen und es machte wieder richtig Spa\u00df. Ich \u00fcberholte und \u00fcberholte und \u00fcberholte, Leute die mich vor einiger Zeit &#8222;eingefangen&#8220; hatten und nun dem vielleicht zu schnellen Tempo Tribut zollen mussten, L\u00e4ufer (oder meistens Geher) die mit Wadenkr\u00e4mpfen k\u00e4mpften und links und rechts sah ich sogar Menschen, die sich von Physiotherapeuten (zumindest hoffe ich, dass es wirklich welche waren) behandeln lie\u00dfen. Pl\u00f6tzlich hatte ich die &#8222;zweite Luft&#8220; und gab noch mal richtig Gas. Ich dachte mir, selbst wenn ich mich jetzt auf den n\u00e4chsten 5 Kilometern &#8222;abschie\u00dfe&#8220; dann muss ich eben auch ins Ziel wandern, aber dann schaffe ich es wahrscheinlich trotzdem innerhalb der vorgegebenen Zeit.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.toband.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_184154518_socialmedia.jpg?fit=682%2C1024&amp;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-999\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_184154518_socialmedia.jpg 799w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_184154518_socialmedia-200x300.jpg 200w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_184154518_socialmedia-768x1153.jpg 768w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/5456_20190929_150733_184154518_socialmedia-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">ein St\u00fcck mit Lia &#8230; <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Aber soweit kam es dann gar nicht. Bei Kilometer 34, auf dem Kurf\u00fcrstendamm, an der Verpflegungsstelle klopft mir pl\u00f6tzlich jemand von hinten auf die Schulter: &#8222;das T-Shirt kenne ich doch&#8220;. Es war Lia, die mich vor ungef\u00e4hr 30 Kilometer \u00fcberholt hatte und an welcher ich vorhin wohl irgendwie unbemerkt vorbei gerannt sein musste. Sie meinte, dass sie ziemliche Schmerzen in den F\u00fc\u00dfen hat und sie nur noch gehen kann. Wir unterhielten uns ein wenig, machten uns gegenseitig Mut und bei Kilometer 35 verabschiedete ich mich, um nun doch noch ein St\u00fcck weiter zu rennen. Es waren ja nur noch 7 Kilometer, ich f\u00fchlte mich erstaunlich gut, die Beine taten nicht wirklich weh und ich war extrem optimistisch, dass ich sowohl das Ziel als auch die gew\u00fcnschte Zielzeit erreichen w\u00fcrde. Nun f\u00fchrte die Strecke vorbei an Bahnhof Zoo (ein stiller Gru\u00df an U2) und schon kam der Potsdamer Platz, wo wieder viele Zuschauer standen, die dem schlechten Wetter trotzten um ihre L\u00e4uferhelden anzufeuern. Immer noch \u00fcberholte ich permanent andere L\u00e4ufer und f\u00fchlte mich wie Waldemar Cierpinsky und Emil Zatopek in einer Person \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ging es auf der &#8222;Leipziger Stra\u00dfe&#8220; wieder Richtung Osten und anschlie\u00dfend um den &#8222;Gendarmenmarkt&#8220;, die &#8222;Franz\u00f6sische Stra\u00dfe&#8220; entlang und schon schon bogen wir auf die Stra\u00dfe &#8222;Unter den Linden&#8220; ein. Da stand es, das Brandenburger Tor. Ein Jubelschrei entfuhr einigen der L\u00e4ufer und ich sp\u00fcrte, wie mir die Kehle eng wurde. Das war der Moment, den ich nun seit fast 6 Stunden herbeigesehnt hatte. Endlich war es soweit! Also flink die Beine in die Hand genommen und direkt unter dem Tor Kilometer 40 passiert. Ein herrliches Gef\u00fchl! Unbeschreiblich! Nun waren es nur noch knapp 200 Meter. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich meinen Namen und entdeckte auch schon gleich meine Frau, die ihr Handy auf mich hielt. Ich streckte Ihr den Daumen entgegen und machte mich auf zum Schlussspurt. Diesen absolvierte ich in einer f\u00fcr mich sagenhaften Pace von 3:23 Min.\/km \u2026 und das nach immerhin 42 Kilometern Ausdauerlauf mit all seinen H\u00f6hen und Tiefen. In 5 Stunden, 57 Minuten und 7 Sekunden war ich im Ziel. Und obwohl ich weit entfernt von allen Bestzeiten und pers\u00f6nlichen Rekorden war, f\u00fcr mich es mein bisher sch\u00f6nster erfolgreichster Marathon gewesen. Ohne wenn und aber.  Berlin ist eben einfach knorke! \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii \u2026 so sang Udo J\u00fcrgens und da werde ich wohl auch nie hinkommen, zumindest nicht um am gr\u00f6\u00dften Marathon oder am gr\u00f6\u00dften (oder bedeutendsten?) Triathlon der Welt teilzunehmen. 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