{"id":67,"date":"2018-12-21T10:21:31","date_gmt":"2018-12-21T10:21:31","guid":{"rendered":"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/?page_id=67"},"modified":"2019-03-10T19:04:50","modified_gmt":"2019-03-10T19:04:50","slug":"maintal-ultra-trail","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/?page_id=67","title":{"rendered":"Maintal-Ultra-Trail"},"content":{"rendered":"\n<p>64,52 Kilometer mit 1.690 H\u00f6hemetern am 24. September 2016<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-554\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-300x169.jpg 300w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-768x432.jpg 768w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a-540x304.jpg 540w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/e7f283aa5fb3418f9b9021621d2a016a.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Am h\u00f6chsten Punkt \u00fcber in den Weinbergen am Maintal<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vor etwa einem Jahr habe ich den Rat eines popul\u00e4ren Laufmagazins befolgt und bin mal wieder durch den Wald gejoggt. Nachdem sich mein \u201enormales\u201c Lauftraining bis dahin zu fast&nbsp;100% auf asphaltierten Stra\u00dfen abgespielt hat, war dieser Lauf&nbsp;ein kleines Erweckungserlebnis. Schon immer war ich gerne im Wald, vorwiegend zum Wandern oder im Rahmen von Bergtouren, aber mal durch den Wald rennen, war mir bis dahin nicht in den Sinn gekommen. Es war ein wundersch\u00f6ner Lauf, die Ruhe, die Luft, eins mit der Natur zu sein, das alles hat mich an diesem sch\u00f6nen Sp\u00e4tsommerabend&nbsp;tief beeindruckt. Also beschloss ich dies in Zukunft \u00f6fters zu tun. Und da ich jemand bin, der sich immer etwas intensiver mit einer Sache auseinandersetzt, habe ich mir nat\u00fcrlich auch gleich etwas Literatur zu dem Thema beschafft, mir Internetseiten angesehen und mich \u00fcber entsprechende Events informiert. Und so bin ich dann irgendwie auf der Webseite des Maintal-Ultra-Lauf in Veitsh\u00f6chheim&nbsp; (<a href=\"http:\/\/www.mtut.de\/\">www.mtut.de<\/a>) gelandet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich war es ein Anflug von Gr\u00f6\u00dfenwahn oder so etwas \u00c4hnlichem, was mich dann veranlasst hat, mich gleich f\u00fcr den Ultra-Lauf anzumelden. Es h\u00e4tte ja auch die halbe Distanz gegeben. Aber nein, es mussten gleich die 64,5 Km mit 1.690 Hm sein \u2026 Naja, man g\u00f6nnt sich ja sonst nix! \ud83d\ude09 So beschloss ich also in diesen Tagen im September 2015 ein Traill\u00e4ufer zu werden und ein \u201eUltra\u201c noch dazu. Ganz sch\u00f6n blau\u00e4ugig \u2026 aber als \u201eBerufsoptimist\u201c ist das mein Naturell. \u201eWird schon werden\u201c, dachte ich mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Also habe ich nat\u00fcrlich meinen Trainingsplan ver\u00e4ndert, bin seitdem viel mehr im Wald gelaufen, habe mir Strecken mit H\u00f6henmetern ausgesucht und sogar spezielle Bergeinheiten in mein Training&nbsp;eingebaut, also jeweils eine Stunde nur rauf und runter, bis die Oberschenkel gebrannt haben. Dass dies dennoch alles nur ein Tropfen auf den sprichw\u00f6rtlichen hei\u00dfen Stein gewesen ist, musste ich dann etwas ern\u00fcchternd feststellen, als ich im Juli meinen ersten \u201eechten\u201c Traillauf mit rund 34 km und 700 Hm absolviert habe. Beim St\u00e4dtelauf Plauen \u2013 Hof kamen mir schon ein paar Zweifel, ob ich es in Veitsh\u00f6chheim \u00fcberhaupt ins Ziel schaffen werde. Aber wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt und so habe ich mich gut ausgeruht und einigerma\u00dfen vorbereitet am letzten Freitag auf den Weg nach Unterfranken gemacht. Ein Stau auf der A70 lie\u00df mich schon bef\u00fcrchten, dass ich es nicht mehr p\u00fcnktlich zur Ausgabe der Startunterlagen schaffen w\u00fcrde, aber kurz vor acht war ich dann zur Stelle und habe meine Startnummer in Empfang genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest des Abends verbrachte ich dann im Hotel und sortierte schon mal meine Sachen f\u00fcr den Lauf, schlie\u00dflich sollte es am Samstag schon sehr zeitig losgehen. Also legte ich mich zeitig schlafen und versuchte der Aufregung zu entschlummern.<\/p>\n\n\n\n<p>P\u00fcnktlich um f\u00fcnf Uhr klingelte der Handywecker und riss mich aus meinen Tr\u00e4umen. Da es um diese Zeit noch kein Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel gab, hatte ich mir am Vorabend im Supermarkt etwas besorgt und lie\u00df es mir schmecken, nachdem ich meine Laufsachen angezogen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor sechs Uhr brach ich&nbsp;zum Ort des Geschehens auf und war 15 Minuten vor Beginn der Wettkampfbesprechung am Start-Ziel-Bereich. Ein buntes L\u00e4ufervolk war bereits versammelt und es war ganz interessant zu beobachten, wie jeder verschieden mit der Anspannung vor so einem \u201elangen Kanten\u201c umging. Die einen lachten laut und erz\u00e4hlten in einer Tour, andere wiederum waren ganz in sich gekehrt und wirkten sehr konzentriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Da es f\u00fcr mich um nichts weiter ging, als die Strecke an sich zu bew\u00e4ltigen, war ich relativ ruhig und die Freude auf das gr\u00f6\u00dfte Laufabenteuer meines (bisherigen) Lebens \u00fcberwog die hin und wieder aufkeimenden Zweifel, das Ganze auch gesund und munter zu \u00fcberstehen. Wie gesagt, ich bin da vielleicht manchmal etwas blau\u00e4ugig und st\u00fcrze mich motiviert in manches Abenteuer, wo andere vielleicht zur\u00fcckschrecken, weil sie sich vielleicht auch realistischer einsch\u00e4tzen, als ich mich. Aber getrau dem Motto \u201ewer nichts wagt, der nichts gewinnt\u201c bin ich da immer sehr pragmatisch und sage mir: \u201ewas kann ich gro\u00df verlieren?\u201c. Wenn ich aufgeben muss, dann habe ich es wenigstens versucht und wenn ich ins Ziel komme, dann habe ich das geschafft, was ich wollte.&nbsp; Nicht mehr und nicht weniger. Zwar hatte ich (so viel vorweg genommen) mit einer etwas besseren Zielzeit gerechnet, aber das verbuche ich mal unter \u201eErfahrungswerte\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der Organisator uns ein paar Hinweise und Tips zur Strecke und dem organisatorischen Drumherum gegeben hatte, ert\u00f6nte p\u00fcnktlich um sieben Uhr der Startschuss und wir setzen uns in Bewegung. Ich hielt mich von Anfang an im Hintergrund und lief in meinem Wohlf\u00fchltempo los. Die meisten L\u00e4ufer rannten in einem Tempo voraus, dass mir schwindelig wurde. Ich w\u00e4re in so einer Geschwindigkeit maximal zu einem 10-km-Lauf gestartet, aber ich denke, bei so einem Lauf sind nur wenige \u201eRookies\u201c wie ich unterwegs und erfahrene Traill\u00e4ufer k\u00f6nnen das halt einfach \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>An der ersten Kurve bemerkte ich dann, dass ich doch nicht der Letzte war. Zwei junge M\u00e4nner liefen noch etwa 200 m hinter mir, gefolgt vom \u201eBesenwagen\u201c, der aus einem Radfahrer auf einem Mountainbike bestand.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon nach ca. einem Kilometer ging es mit der ersten ernsten Steigung los. Schon hier war f\u00fcr mich kein rennen im eigentlichen Sinne mehr m\u00f6glich. Aber das hatte ich erwartet und lief in flottem Wanderschritt den kr\u00e4ftigen Anstieg hoch. Mit den beiden jungen M\u00e4nnern hinter und einem L\u00e4ufer vor mir wechselten&nbsp; wir immer mal wieder die Position der \u201eroten Laterne\u201c und je nachdem, ob es rauf oder runter ging, war ich mal schneller oder mal langsamer.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach etwa 90 Minuten und etwas mehr als 10 km kam ich zum ersten von sechs Verpflegungspunkten. Ich lag genau in meinem Zeitplan und st\u00e4rkte mich mit Isogetr\u00e4nk, Banane und nahm etwas Salz auf. Nach kurzer Verschnaufpause ging es weiter durch die Weinberge, die wir inzwischen erklommen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim zweiten Verpflegungspunkt war nun schon fast der erste (von drein) Halbmarathon geschafft. Es waren rund drei Stunden vergangen und ich lag immer noch gut im Plan. Rund 700 H\u00f6henmeter hatten wir nun auch schon \u00fcberwunden und sensationelle Ausblicke auf das Maintal bescherten mir ein Laufvergn\u00fcgen erster Klasse. War es am Morgen noch neblig und k\u00fchl, so brach sich inzwischen die Sonne ihre Bahn und brachte alles um uns herum zum Glitzern. Mir kamen die Worte von Faust aus dem Gothe-Klassiker in den Sinn und ich wollte schon ausrufen \u201eAugenblick verweile doch, du bist so sch\u00f6n\u201c, aber es war ja Wettkampf angesagt und somit keine Zeit zum Verweilen \u2026 Schade eigentlich! \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach der zweiten Verpflegungsstelle kam mir eine junge Frau entgegen, welche eine Startnummer trug und ich fragte verwundert \u201efalsche Richtung?\u201c. Sie erz\u00e4hlte mir, dass sie sehr gro\u00dfe Schmerzen an der Achillessehne hat und daher den Lauf abbrechen muss, sie wollte zum VP2 zur\u00fcck und dann \u201eaussteigen\u201c. Sie wirkte schon sehr traurig und ich w\u00fcnschte ihr gute Besserung. Insgeheim dachte ich \u201ehoffentlich passiert mir das nicht auch heute noch\u201c. Ich sollte Gl\u00fcck haben und diesmal ungeschoren davonkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen&nbsp;dem zweiten und dritten Verpflegungspunkt (bei ca. 26 km) \u00fcberholten mich dann die beiden L\u00e4ufer, welche ich an VP2 noch \u201ezur\u00fcckgelassen\u201c hatte und der Radfahrer schloss zu mir auf. Somit war ich nun endg\u00fcltig die \u201erote Laterne\u201c und lief weiter den sehr gut ausgewiesenen Markierungen entlang. Die H\u00e4lfte war nun fast geschafft und mit etwas \u00fcber f\u00fcnf Stunden lag ich noch einigerma\u00dfen im Plan, wenn mir da auch bereits klar wurde, dass es knapp werden wird, die 11 Stunden Cut-Off-Time zu schaffen. Aber ich bin ja optimistisch. Bis ca. 15:00 Uhr sollte ich an VP5 ankommen, welcher bei Km 48 liegen sollte. Also waren es bis dahin noch ca. 16 Kilometer und noch rund zweieinhalb Stunden Zeit. Das sollte machbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei km 42 war nun schon der Marathon \u201eim Sack\u201c und mit rund 1.200 H\u00f6henmetern war dies bei sieben Stunden und 15 Minuten Laufzeit ein f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse zu erwartendes Ergebnis. Nun \u201enur\u201c noch ein Halbmarathon und ich w\u00e4re im Ziel, dachte ich mir. Noch zwei Stunden und 45 Minuten \u2026 das wird knapp! Denn noch immer warteten rund 500 H\u00f6henmeter auf meine inzwischen schon arg strapazierten Oberschenkel und Waden. Aber Christian, der Radfahrer, welcher mich nun schon seit einiger Zeit begleitete, sprach mir immer wieder Mut zu und meinte, &#8222;wir kommen so oder so ins Ziel, Du wirst sehen!&#8220;. Inzwischen hatten wir uns etwas \u201eangefreundet\u201c und uns&nbsp;n\u00e4her kennengelernt. Ich erz\u00e4hlte ihm meine Geschichte, wie ich zum Laufen und speziell zu diesem Lauf gekommen bin. Grunds\u00e4tzlich habe ich ja damit kein Problem, als Letzter hinten dran zu laufen, aber da ich absehen konnte, dass es mit der Cut-Off-Time nicht ganz reichen wird, war mir das dann schon etwas peinlich. Wegen mir \u201eSchlaffi\u201c m\u00fcssen wohlm\u00f6glich Helfer, Sanit\u00e4ter und mein Begleiter \u201e\u00dcberstunden\u201c machen \u2026 Aber er nahm mir meine diesbez\u00fcgliche Angst und sagte, er regelt das schon. \u00dcber Funk h\u00f6rte ich ihn mit den anderen Streckenposten immer wieder unsere ungef\u00e4hre Position durchsagen und schnappte die f\u00fcr mich segensreichen Worte auf \u201eInfo vom Veranstalter: so lange ein L\u00e4ufer auf der Strecke ist, sind wir da!\u201c. Ganz angenehm war mir das zwar nicht, aber es machte mir Mut, dass ich es tats\u00e4chlich bis ins Ziel schaffen w\u00fcrde und den Lauf auch zu Ende bringen darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ca. 15 Minuten nach 15:00 Uhr kamen wir dann bei Kilometer 48 zum vorletzten Verpflegungspunkt. Schon bekannte Helfergesichter begr\u00fc\u00dften mich mit freundlichem Hallo und halfen mir meine Trinkflasche wieder aufzuf\u00fcllen. Ein lokaler Weinbauer kam mit einem VW-Bus angefahren und erkundigte sich, was wir hier machen w\u00fcrden. Ein Helfer erz\u00e4hlte ihm, dass ein Ultra-Marathon stattfinden w\u00fcrde, mit 65 km und 1.700 H\u00f6henmetern \u2026 er winkte ab und dachte zun\u00e4chst es wird mit dem Fahrrad gefahren, weil er Christian auf dem Mountainbike sitzen sah, als er aber realisierte, dass gelaufen wird, war er doch etwas erstaunt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz danach machten wir uns nun auf zum letzten Verpflegungspunkt, der bei Kilometer 56 auf uns wartete. Auch dort, ca. eine Stunde vor Zielschluss war ein junger Mann behilflich mir meine Flasche zu f\u00fcllen und die letzten 8,5 Kilometer gut gest\u00e4rkt in Angriff zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer warteten rund 200 H\u00f6henmeter auf mich. Ich dacht bei mir: \u201eh\u00f6rt denn das nie auf?\u201c und konnte selbst die kleineren Steigungen nur noch im flotten Wanderschritt bew\u00e4ltigen. Auf den einigerma\u00dfen flachen und Bergabpassagen ging es noch im Joggingtempo von rund 8-10 Minuten \/ Kilometer. Schnell war das freilich nicht, aber nach fast 60 Kilometer ging wirklich nicht mehr viel.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum meinem \u201eEntsetzen\u201c kamen dann, kurz nach der 60-Km-Marke noch mal zwei richtig b\u00f6se Anstiege und die auch noch auf halbhoch gem\u00e4hter Wiese, so ziemlich das unangenehmste f\u00fcr meine geschundenen F\u00fc\u00dfe und Beine, was ich mir zu diesem Zeitpunkt vorstellen konnte. Aber ich hatte es mir ja so ausgesucht, also musste ich jetzt da durch und weiter traben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem auch dies \u00fcberwunden war ging es wieder etwas in den Wald hinein. Die Sonne war schon relativ weit am Horizont angekommen und k\u00fcndigte uns mit r\u00f6tlicher F\u00e4rbung den nahenden Sonnenuntergang an. Aber bis dahin war es noch rund eine Stunde Zeit und die letzten 3 Kilometer sollten in rund 30 Minuten geschafft sein. Und wie im Fluge vergingen auch noch diese restlichen Minuten und ich bog wieder in die Einfahrt zum Sportplatzgel\u00e4nde ein, wo ich fast zw\u00f6lf Stunden vorher zu diesem Laufabenteuer aufgebrochen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Rande des Spielfeldes sah ich schon die versammelte Helfermannschaft, die Musik spielte noch&nbsp; und als ich in deren Fokus r\u00fcckte fingen alle rhythmisch an zu klatschen. Ich legte noch mal eine Schippe drauf und holte die letzten Reserven aus den Beinen. \u201eBeim Zieleinlauf wird gerannt und nicht gewandert!\u201c, sagte ich mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit lautem Jubel wurde ich nun als letzter im Ziel empfangen und bekam die Finisher-Medaille umgeh\u00e4ngt, sowie das Finisher-Shirt ausgeh\u00e4ndigt. Zwar war ich mit meinen Kr\u00e4ften am Ende aber dennoch gl\u00fccklich, mich durchgek\u00e4mpft und meinen ersten Ultramarathon \u00fcberstanden zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bedankte mich bei Organisator und Helfern und verabschiedete mich von allen in die Dusche. Viel Essen und Trinken konnte ich zun\u00e4chst nicht. Das wollte ich dann&nbsp;noch auf der R\u00fcckfahrt erledigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Duschen merkte ich dann, dass mein K\u00f6rper etwas \u201everwirrt\u201c war. Fast 12 Stunden Sport treiben und nun? Der Kreislauf forderte seinen Tribut. Aber ich konnte ja auf der R\u00fcckfahrt rund zwei Stunden im Auto sitzen und mich mehr oder weniger ausruhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterwegs dann, an der ersten Rastst\u00e4tte, die auftauchte, beschloss ich&nbsp;zu Abend zu essen. Mit zittrigen Beinen k\u00e4mpfte ich mich aus dem Auto und bis hin zur Theke. Ich hoffte, dass mich keiner wahrnehmen w\u00fcrde, ich habe bestimmt ausgesehen, wie ein 90 j\u00e4hriger mit Gehbehinderung \u2026 \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>Der Muskelkater, den ich seit Samstagabend mit mir herumtrage bringt mir regelm\u00e4\u00dfig das Erlebnis vom Maintalultra ins Ged\u00e4chtnis. Wahrscheinlich wird das noch ein bis zwei Tage so sein, sp\u00e4testens dann ist mein erster Ultra-Marathon, der gleichzeitig ein Ultra-Trail war endg\u00fcltig Geschichte. Jetzt hei\u00dft es weiter trainieren und beim n\u00e4chsten Mal schaffe ich es dann hoffentlich noch innerhalb der Cut-Off-Time ins Ziel. Auf jeden Fall hat mich der Trail-Virus infiziert ob nun mit oder ohne Ultra-Distanz. Durch die Natur laufen ist einfach sch\u00f6ner als auf Asphalt, wenn auch der eine oder andere Stadtmarathon interessante Eindr\u00fccke vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne wird dies sicher nicht mein letzter Traillauf und sicher auch nicht mein letzter \u201eUltra\u201c gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"666\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/29933359666_916114f9ee_o.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-567\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/29933359666_916114f9ee_o.jpg 666w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/29933359666_916114f9ee_o-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><figcaption>ohne Worte &#8230; :&#8216;)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>64,52 Kilometer mit 1.690 H\u00f6hemetern am 24. 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