{"id":196,"date":"2018-12-27T15:57:09","date_gmt":"2018-12-27T15:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/?page_id=196"},"modified":"2019-06-06T15:24:29","modified_gmt":"2019-06-06T15:24:29","slug":"klettern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/?page_id=196","title":{"rendered":"Klettern"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich ungef\u00e4hr 9 oder 10 Jahre alt war, gab es im DDR-Fernsehen einen tschechischen Film der hie\u00df &#8222;Wie man einem Walfisch die Z\u00e4hne zieht&#8220;. Es ging um einen Jungen, der ungef\u00e4hr im selben Alter, mit seiner alleinerziehenden Mutter lebte, welche eines Tages einen neuen Mann kennen lernte der in seiner Freizeit in der b\u00f6hmischen Schweiz zum Klettern ging. Von Zeit zu Zeit nahm er dann den Hauptprotagonisten des Films (besagten 10j\u00e4hrigen) mit und es entspann sich ein gemeinsames Hobby &#8230; Mich faszinierte dieser Film, insbesondere die Momente, wo Vater und Sohn zu diesen gemeinsamen Kletterabenteuern aufbrachen. Da mein Vater vorwiegend ausw\u00e4rts arbeitete und viele Jahre nur an den Wochenenden heim kam, f\u00fchlte ich mich damals in einer \u00e4hnlichen Situation und ich w\u00fcnschte mir nichts sehnlicher als einen (Ersatz?)-Vater, der mit mir zum Klettern ging. Aber dazu kam es leider nicht, daher musste ich meine Bergsteigerambitionen selbst in die Hand nehmen. Also erst einmal ab in die Bibliothek und ein Buch \u00fcber Bergsteigen \/ Klettern ausgeliehen. Und obwohl das alles ziemlich kompliziert klang und Sicherheit auch damals schon gro\u00df geschrieben wurde, ging ich den pragmatischen Weg und klaute kurzerhand die W\u00e4scheleine meiner Mutter aus dem Trockenraum im Keller und zog mit meinem damaligen Freund Markus in den nahe gelegenen Wald und wir suchten uns einen geeigneten Felsen um unser erstes Bergabenteuer zu absolvieren. Man kann sich nat\u00fcrlich denken, dass die Sache in einem totalen Fiasko endete, die W\u00e4scheleine alsbald gerissen war und wir nur mit viel Gl\u00fcck unversehrt davon kamen. Nat\u00fcrlich lie\u00df, wieder zu Hause angekommen, die Ohrfeige ob der kaputten W\u00e4scheleine nicht lange auf sich warten&#8230; ABER: wir waren jetzt &#8222;echte Bergsteiger&#8220; und &#8222;Kletterer&#8220;, hatten unseren ersten Felsen bezwungen und nat\u00fcrlich &#8222;Blut geleckt&#8220;. Da aber eine Kletterausr\u00fcstung zu DDR-Zeiten nicht so ohne Weiteres zu beschaffen war und meine Eltern auch kein besonderes Interesse daran zeigten, mich diesbez\u00fcglich zu unterst\u00fctzen, mussten sich meine Kletterambitionen noch ein paar Jahre gedulden. <\/p>\n\n\n\n<p>Als ich dann 1989 im Mai zur Unteroffiziersschule delegiert wurde, lernte ich dort Frank kennen. Frank kam aus Dresden und kannte nat\u00fcrlich einige junge Leute, welche regelm\u00e4\u00dfig in der S\u00e4chsischen Schweiz kletterten. Also fuhr ich in einem Wochenendurlaub mit ihm nach Dresden, wo wir dann gemeinsam mit den erfahrenen Kletterkumpels ins Gebirge zum Klettern fuhren. Ich hatte mir die notwendige Ausr\u00fcstung zusammengeborgt und machte nun meine ersten Versuche als Freikletterer und bezwang mit M\u00fche und Not, mit Dr\u00fccken und Ziehen, den Conradsturm, meinen ersten echten s\u00e4chsischen Gipfel. Ein Eintrag im Gipfelbuch dokumentierte diesen &#8222;Meilenstein&#8220; in meiner Kletterkarriere.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige weitere Kletterwochenenden folgten und ich fand zunehmend Gefallen an diesem Sport, besorgte mir eine eigene Ausr\u00fcstung und wagte mich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck an schwierigere Sachen heran. <\/p>\n\n\n\n<p>Leider fielen dann ab Mitte der 90er Jahre die gemeinsamen Klettertouren unseren beruflichen Ambitionen zum Opfer und meine voranschreitende Gewichtszunahme setze dem Klettersport ohnehin entsprechende Grenzen. Umso sch\u00f6ner war f\u00fcr mich die Tatsache, dass ich ab 2011, nachdem ich mich von meiner fettigen Last befreit hatte, wieder mit dem Klettersport anfangen konnte. Auch hier half wieder der Kollege Zufall, als mir eine Einladung zum Tag der offenen T\u00fcr bei den Naturfreunden Bayreuth in die H\u00e4nde fiel. Dort habe ich dann diverse Kletterkurse absolviert und die mir noch fehlenden Fertigkeiten im Vorstieg erworben. Nach langem Suchen habe ich seit ein paar Jahren mit Christian auch wieder einen festen Kletterpartner gefunden, mit dem ich sowohl in der Halle als auch am Felsen klettere, sobald unsere gemeinsame Zeit zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"922\" src=\"https:\/\/outdoorfreak.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/F1000033-1024x922.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-229\" srcset=\"https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/F1000033-1024x922.jpg 1024w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/F1000033-300x270.jpg 300w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/F1000033-768x691.jpg 768w, https:\/\/outdoor.anders-web.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/F1000033.jpg 1232w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Klettern am Conradsturm in der S\u00e4chsischen Schweiz (ca. 1989)<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich ungef\u00e4hr 9 oder 10 Jahre alt war, gab es im DDR-Fernsehen einen tschechischen Film der hie\u00df &#8222;Wie man einem Walfisch die Z\u00e4hne zieht&#8220;. 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